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Im Folgenden lesen Sie Gedanken von Pfarrer Gerhard Huber (1930 - 1981) zur Architektur der Christuskirche, die er aus Anlass der Einweihung der Christuskirche am 1. November 1970 verfasst hat.
Der 1. November 1970 wird für unsere Gemeinde Forchheim-Nord stets in Erinnerung bleiben. Lange Zeit musste sie auf die Einweihung der neuen Kirche warten, und nun ist es endlich soweit. … Die Ursache für den Kirchbau war, dass der bisherige Gottesdienstraum zu klein war. Manche Gottesdienste mussten aus Raummangel wiederholt werden. Aus dem vorhergehenden Bericht konnten wir erfahren, dass gerade die Gemeinde Christuskirche in den letzten Jahren zahlenmäßig schnell gestiegen ist. Überhaupt war Forchheim bis vor einigen Jahren die schnellstwachsende Stadt Oberfrankens und unser Stadtteil wird auch weiterhin Zukunftsgebiet sein. Es war also unumgänglich, an eine Kirche zu denken, und alles wurde unternommen, um diesen Plan zu verwirklichen. Dank der großzügigen Hilfe durch den Evang.-Luth. Landeskirchenrat und dank der großen Opferbereitschaft der Gemeindeglieder ist es uns gelungen, nun unser neues Gotteshaus fertig zu stellen. Unter der Leitung von Architekt Dipl.-Ing. Wolfgang Gsänger, Petersgmünd, ist die Kirche ein imposanter Bau geworden. Die künstlerische Gestaltung von Altar, Kanzel, Standkreuz und Taufstein führte der Bildhauer Reinhart Fuchs aus Untersteinbach bei Georgensgmünd aus. Der Rohbau wurde der Firma Ostermann aus Erlangen übertragen. Der Firma Fischer, Weilheim, oblag die äußerst schwierige Dachkonstruktion. Und schließlich verlieh die Firma Manfred Vogt, Hirschaid, unserem ganzen Gemeindegrundstück ein neues Gesicht. Aber auch viele andere Firmen, die am Bau der Kirche beteiligt waren und namentlich nicht genannt werden können – es sind sehr viele – haben ihr Bestes getan. Wenn die Kirche nun fertig gestellt ist, dann ist dies der hervorragenden Leistung in Planung und Durchführung, der Opferbereitschaft und dem Gebet vieler Freunde und Gönner, und nicht zuletzt dem Segen Gottes zu verdanken. ER ist doch für uns der oberste Bauherr, und mit SEINER HILFE konnte alles glücklich und ohne schweren Unfall abgeschlossen werden. Stehen wir vor der Christuskirche, dann erinnert uns die ganze Bauweise an ein Zelt oder an eine Jurte, wie diese heute noch für einen vorübergehenden Aufenthalt von Nomaden gebaut wird. Sind wir Menschen nicht eben solche, die keine Bleibe haben? Der weitaus größere Teil unserer Gemeinde - vor allem die ältere Generation – hat dieses selbst erleben müssen, vor allem in den Wirren der Kriegs- und Nachkriegszeit. Viele fanden nach ihrer Flucht und Vertreibung in Forchheim eine neue Heimat, und selbst diese ist vorübergehend: „Wir haben hier keine bleibende Statt, sondern die zukünftige suchen wir“ (Hebr 13,14). Wir wissen alle, dass wir in der Welt niemals bleiben. Das Zeltdach der Christuskirche ist ein Symbol dafür, dass Gott in der Unsicherheit, in den Wirren und Nöten dieser Zeit schützend über uns steht. Hier in diesem Haus, wo sein Wort verkündigt wird für Alt und Jung, da will er uns nahe sein. Die Kirche selbst ist ein Zentralbau auf zwölfeckigem Grundriss. Das Tageslicht fällt von oben in den Raum. Das Oberlicht ergibt sich aus der Anordnung der 12 geraden Holzbinder; diese sind um einen 5 Meter breiten Holzkranz in 45° Neigung gelegt. Die Binder selbst stehen auf einem Betonringanker, der 3 Meter über der Fußbodenhöhe auf zwölf Betonstützen ruht. Die Umfassungswände sind zweischalig aus Beton. Der Gesamtdurchmesser des Kirchenraumes beträgt 25 Meter, die Höhe 18 Meter. Die Kirche bietet 359 Sitzplätze; außerdem können im Umgang an den Außenwänden noch 72 Sitze untergebracht werden, so dass die Gesamtzahl 431 beträgt. Da sich die Sitzbänke um die Mitte gruppieren und somit der genau im Zentrum stehende Taufstein Sofort im Blickfeld steht, wird der Besucher an seine Taufe und an seine Gotteskindschaft erinnert. Die Altarinsel trägt außer dem Altar, die Kanzel, das Standkreuz und das Lesepult. (Taufstein, Altar und Kanzel sind aus Veroneser Marmor, Rosso Breccato). Der gesamte Altarbereich ist so angeordnet, dass er für den Blick und beim erlebten und mitgefeierten Gottesdienst die Mitte bildet; 30 cm erhöht, kann er von allen gesehen werden und bleibt im gemeinsamen Raum eingegliedert. Die wuchtige Altarplatte ruht auf 4 gewaltigen Blöcken.(sinnbildlich für die 4 Evangelisten). Die Heilige Schrift – ein Geschenk der Gemeinde St. Johannis – hat dort ihren Platz. Die 6 Leuchtschalen – auf jeder Seite drei – wurden von Gemeindegliedern gestiftet. Sonst bleibt der Altar – außer den Heiligen Geräten bei der Feier des Heiligen Abendmahls – frei. Dies soll Konzentration auf das Wesentliche und Eigentliche sein. Rechts hinter dem Altar steht das über 3 Meter hohe Standkreuz aus Bronze. Es versinnbildlicht den Sieg des Lebens über den Tod. Der Stamm gleicht einem lebenden Baum, der den „toten“ Querbalken zerbricht. Die Kraft des Neuen zertrümmert das Alte. „Das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden“ ruft uns der Apostel Paulus zu, und Gott selbst sagt: „Siehe, ich mache alles neu!“ Auf derselben Höhe links steht die Kanzel. Sie weist sowohl auf das Gesetz als auch auf das Evangelium hin. Die Vorderseite erinnert an die Gesetzestafeln des alten Bundes, über die hinaus der auferstandene Herr verkündigt wird. Wir wollen uns über unsere Kirche freuen. Mit ihr haben wir eine Stätte der Begegnung mit dem Ewigen. Hier soll der Lärm des Alltags schwinden, und allein die Stimme aus der Ewigkeit soll uns im Wort und Sakrament begegnen. Was könnte unserer Zeit, dem unruhigen und schuldbeladenen Menschen von heute nötiger sein als die Begegnung mit Christus! Mit unserer neuen Kirche haben wir eine Stätte, wo die frohe und befreiende Botschaft verkündigt wird: ER ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, das verloren ist. ER sucht uns! Lassen wir uns doch von ihm finden! Gerhard Huber, Pfarrer
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